Ausbildung der Vielseitigkeitshunde

Vielseitigkeitshunde

In unserer Ortsgruppe wird die Ausbildung im Vielseitigkeitsbereich in erster Linie als Hobby, Freizeit und Sport gesehen.

Darum ist es wichtig sich zu verinnerlichen, dass dies Dinge sind, die einem selbst und auch dem vierbeinigen Partner Spaß bringen sollen. So wie es bei anderen Einzel- und Teamsportarten und Hobbys ja auch selbstverständlich sein sollte. Wer klettert freiwillig eine Steilwandhoch, wenn es ihm keinen Spaß macht? Wer spielt Fußball, wenn er eigentlich gar nicht laufen will...?

Der Hundeführer soll ebenso freudig in die Ausbildung seines Hundes gehen, wie dieser selbst. Es ist nicht unser Ziel mit unangenehmen Methoden den letzten Punkt in unserem Partner hinein zu arbeiten, sondern diese Punkte als Belohnung für eine vorzügliche Teamarbeit in Respekt, Wissen, Klarheit, Sicherheit, Geduld und Konsequenz gemeinsam zu erhalten.
Wir sind offen für neue, sinnige Ausbildungsmethoden bei denen der Hund für uns arbeitet, ihm jede Übungsstunde Spass macht, er sie fast ungeduldig erwartet.
Zeiten, in denen der Hund arbeitet, um Negatives zu vermeiden, diese Zeiten sollten vorbei sein!



Ausbildung

Im Vielseitigkeitsbereich steht die Ausbildung auf drei Säulen, von denen jede im Einzelnen ausgebildet wird, um sie dann in Prüfungen einzeln oder kompakt vorzuzeigen. Es muss aber nicht immer eine Prüfung am Ende stehen, vielen reicht auch die reine Arbeit mit dem Hund.
Die einzelnen Ausbildungsteile bestehen aus Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst.

In diesen Abschnitten können dann, wie beschrieben, einzelne Prüfungen, wie Fährtenprüfungen 1-3 oder Fährtenhundeprüfung I und II, im Unterordnungsbereich die Begleithundeprüfung oder Obidience abgelegt werden.

In den vielen Fällen wird jedoch die Gesamtheit ausgewählt und Ziel des Hundeführers ist das Erreichen der Ausbildungskennzeichen wie SchH 1 – 3 oder IPO I – III.

Fährtenarbeit

Der Hund gehört von Natur aus zu jenen Tieren, die sich hauptsächlich nach dem Geruchssinn orientieren. Diese können wir durch gezieltes Training so beeinflussen, dass wir ihn als Fährtenhund für unsere sportlichen Zwecke ausbilden können. Schon in Welpenalter kann der Hund mit viel Spaß und Futter an diese Aufgabe herangeführt werden, ohne das er irgendeinem Druck ausgesetzt wird. Auch Hunde, die aufgrund ihres Gesundheitszusatandes nicht mehr Springen sollen oder bei denen Schutzarbeit aus gesundheitlichen oder charakterlichen Gründen nicht durchführbar ist, können zu dieser Aufgabe herangezogen und ausgebildet werden.

Unterordnung

Die Unterordnung ist der sogenannte „Gehorsamsteil“ in der Vielseitigkeitsausbildung. Hier muss jeder Hund „durch“, der einmal sportlich geführt werden soll, denn um im Vielseitigkeits-, aber auch im Agilitybereich überhaupt starten zu dürfen, muss die sogenannte Begleithundeprüfung abgelegt werden. Das heißt, hier wird eine Gehorsamsprüfung geprüft, die u.a. aus „Fuß-Gehen“, „Sitz“, „Platz“ oder auch dem "Herankommen" besteht.
Hier ist es unser Ziel, dem Hund diese Befehle zu lernen, und zwar so, dass er sie immer wieder gerne und motiviert ausführt.

Im Bereich der Schutzhundeprüfungen wird die Unterordnung dann unter anderem noch mit Apportier-Übungen erweitert und bei jeder Prüfung auf`s neue vorgeführt.

Schutzdienst

Im Bereich der sportlichen Schutzhundeausbildung wird vor allem der Spiel-, Beute- und Kampftrieb des Hundes angesprochen. Hier wird nicht die aggressive Kampfmaschine erzeugt (man würde ja in der Kampfhundeverordnung landen), sondern dem Hund einzelne, prüfungsrelevante Übungsteile beigebracht.

Auch hier steht die Ausbildung über positive Motivation und möglichst wenig Druck im Vordergrund, ohne den Gehorsam zu vernachlässigen. Denn ein Hund, der lernt im Kampf mit dem Helfer um seine Beute (Beißarm) seine Zähne einzusetzen, muss vorher gelernt haben, dass er es nur darf, wenn es ihm der Hundeführer erlaubt. Er muss lernen, auch in „Anwesenheit der Beute“, die in der Unterordnung erlernten Befehle auszuführen.

Es herrscht oft die falsche Meinung, dass der Hund im Sport lernt einen Menschen zu beißen.

In der Schutzdienstarbeit des Hundesports kann er seinen Beutetrieb artgerecht ausleben. Die Hunde werden ausschließlich auf die Beute, den Hetzärmel trainiert; außerhalb des Hundeplatzes und ohne den Ärmel wird ein ausgebildeter Sportschutzhund keinen Menschen angreifen - im Gegenteil! Er ist meist wesentlich gelassener und nervenfester auf neue, ungewohnte Situationen.

Die Ausbildung im Vielseitigkeitsbereich bei der OG Traunreut wird in den einzelnen Sparten auf mehrere Schultern verteilt. So steht uns für die Fährtenarbeit mit unserem Vorstand Helmut Marschall ein wahrer Speziallist zur Verfügung. Zusammen mit Tina Lehnert gibt er sein fundiertes Wissen weiter.
Die Aufgabe der Ausbildung in der Unterordnung teilen sich Tina Lehnert und Ralf Strasser-Moraras. Im Schutzdienst wird von Wolfgang Janotta und Ralf Strasser-Moraras ausgebildet, die auch beide als Helfer/Figuranten fungieren..

RSM